
Krankenstand & Bradford-Faktor: BGM-Kennzahlen richtig messen
Warum Kennzahlen das Fundament jedes BGM sind
Ohne Daten kein BGM – zumindest keins, das nachhaltig wirkt. Viele Unternehmen starten Gesundheitsprogramme aus dem Bauchgefühl heraus: hohe Stimmung in der Belegschaft, gefühlt viele Fehltage, Gerüchte über Fluktuation. Was fehlt, ist eine verlässliche Zahlenbasis, die zeigt, wo das Problem wirklich liegt und ob Maßnahmen etwas bringen.
Die drei wichtigsten BGM-Kennzahlen sind der **Krankenstand**, die **Fluktuationsrate** und der **Bradford-Faktor**. Der Krankenstand ergibt sich aus den krankheitsbedingten Fehltagen im Verhältnis zur Sollarbeitszeit – ausgedrückt in Prozent. Laut BKK Gesundheitsreport liegt der deutsche Durchschnitt bei rund **5,5 %**. Liegt dein Wert dauerhaft darüber, ist das ein klares Signal für Handlungsbedarf. Liegt er dauerhaft darunter, wäre es naiv anzunehmen, dass alles optimal läuft – möglicherweise meldet sich niemand krank, der es sollte (Präsentismus).
Bradford-Faktor: Häufigkeit schlägt Dauer
Der Bradford-Faktor macht das sichtbar, was eine reine Fehltagsquote verschleiert: Wer dreimal kurz krank ist, belastet den Betrieb stärker als jemand, der einmal zwei Wochen ausfällt. Die Formel lautet:
**B = S² × D**
Dabei steht **S** für die Anzahl der Abwesenheitsepisoden im Betrachtungszeitraum (z. B. ein Jahr) und **D** für die gesamten Fehltage. Beispiel: Drei Krankheitsepisoden mit je zwei Tagen ergeben B = 3² × 6 = **54**. Eine einzige Erkrankung über sechs Tage ergibt B = 1² × 6 = **6**. Typische Schwellenwerte: unter 45 = unkritisch, 45–100 = Aufmerksamkeit, über 100 = Gesprächsbedarf.
Wichtig: Der Bradford-Faktor ist kein Sanktionsinstrument, sondern ein Frühwarnsignal. Er hilft, mögliche Belastungssituationen frühzeitig zu erkennen – bevor sie eskalieren.
Von der Tabelle zur automatischen Auswertung
Der häufigste Fehler in der Praxis: Krankenstand und Bradford-Faktor werden in Excel gepflegt – mit allen bekannten Problemen. Manuelle Eingabefehler, veraltete Exportdaten aus dem HR-System, keine historische Vergleichbarkeit. Wer monatliche Berichte erstellen will, verbringt mehr Zeit mit Datenpflege als mit Analyse.
Besser: Die Rohdaten kommen direkt aus dem HR-System – Personio, DATEV oder rexxHR – und werden automatisch ausgewertet. So entstehen Trendkurven über Quartale hinweg, Abteilungsvergleiche und frühzeitige Ausreißerhinweise, ohne dass jemand eine einzige Zahl von Hand eintippen muss. Für das Management-Reporting reichen dann wenige Klicks statt einem halben Arbeitstag.
So setzt du es um
- 1
HR-System in EasyBGM verbinden
Verbinde Personio, DATEV oder rexxHR über die native Schnittstelle in EasyBGM. Die Einrichtung dauert etwa 10–15 Minuten; du brauchst API-Zugangsdaten deines HR-Systems.
- 2
Betrachtungszeitraum und Abteilungsstruktur festlegen
Definiere, welche Organisationseinheiten (Abteilungen, Standorte, Teams) du vergleichen möchtest und ob du auf Monats-, Quartals- oder Jahresbasis auswertest.
- 3
Bradford-Faktor-Schwellenwerte konfigurieren
Lege fest, ab welchem Bradford-Score das System eine Kennzeichnung setzt (Empfehlung: gelb ab 45, rot ab 100). Die Werte lassen sich jederzeit an euer Unternehmen anpassen.
- 4
Benchmark-Zielwerte hinterlegen
Trage euren internen Ziel-Krankenstand ein (Ausgangspunkt: dt. Durchschnitt 5,5 % laut BKK). EasyBGM zeigt automatisch, wie ihr im Vergleich zum Zielwert und zum Vorjahr liegt.
- 5
Monatlichen BGM-Bericht aktivieren
Aktiviere den automatischen Monatsreport. Er fasst Krankenstand, Bradford-Faktor-Verteilung und Fluktuationsrate zusammen und kann direkt an Führungskräfte oder die Geschäftsführung versendet werden.
Was du brauchst
- Aufwand
- unter 1 Std./Monat
- Kosten
- 0 €
- Dauer
- 4 Wochen
- Setup
- 45 Min.
- ✓ Kein manuelles Datenpflegen mehr: HR-Daten fließen automatisch in die BGM-Auswertung ein.
- ✓ Frühwarnsystem: Häufungen von Kurzerkrankungen werden sichtbar, bevor sie zu ernsthaften Problemen werden.
- ✓ Nachweisbare Wirkung: Trendverläufe über Quartale und Jahre machen den Erfolg von BGM-Maßnahmen messbar.
- ✓ Weniger Aufwand im Reporting: Monatliche BGM-Berichte entstehen mit wenigen Klicks statt in halbtägiger Excel-Arbeit.
Förderfähig: bis 600 € steuerfrei
Als Teil eines strukturierten BGM-Prozesses ist diese Maßnahme nach § 3 Nr. 34 EStG bis 600 € pro Mitarbeitendem und Jahr steuerfrei. Zertifizierte Angebote bezuschusst zusätzlich die Krankenkasse nach § 20b SGB V.
Im BGM-Tool umsetzen
EasyBGM verbindet diese Maßnahme mit deinen BGM-Zielen, Anlässen und KPIs — alles an einem Ort, ohne Excel.
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