
Hitzewellen werden häufiger, länger und extremer – und Arbeitgeber sind rechtlich wie menschlich verpflichtet, ihre Belegschaft zu schützen. Ein Hitzeschutz-Plan ist kein Luxus mehr, sondern betriebliche Grundvorsorge für den Sommer.
Was Hitze im Büro tatsächlich anrichtet Ab 26 Grad Innenraumtemperatur sinkt die kognitive Leistungsfähigkeit messbar – Konzentrationsfähigkeit, Reaktionszeit und Entscheidungsqualität nehmen ab. Ab 30 Grad steigt das Risiko hitzebedingter Beschwerden: Kopfschmerzen, Schwindel, Kreislaufprobleme. Wer an heißen Tagen ohne Anpassung weiterarbeitet wie sonst, arbeitet schlechter und gefährdet die Gesundheit seiner Mitarbeitenden. Ein Plan macht konkrete Schutzmaßnahmen zur Selbstverständlichkeit.
Was ein Hitzeschutz-Plan mindestens enthalten sollte Trinkangebote – kostenlose Wasserflaschen oder Zapfstellen – sind das Minimum. Dazu: Empfehlungen für Kleidung, Lüftungsregeln für Büros (kühl Halten mit Nachtlüftung, tagsüber Rollos geschlossen), flexible Arbeitszeitregelungen an extremen Hitzetagen und klar kommunizierte Ruhemöglichkeiten. Wer Außenarbeit im Programm hat, braucht darüber hinaus klare Regeln zu Expositionszeiten und Schattenpflicht.
So setzt du es um
- 1Arbeitsplätze auf Hitzebelastung prüfen und die Arbeitgeberpflichten der Arbeitsstättenregel ASR A3.5 zu Raumtemperatur als Grundlage nehmen.
- 2Ausstattung beschaffen: Ventilatoren, Sonnenschutz an Fenstern, Trinkwasserspender und ausreichend Nachschub an Getränken.
- 3Hitze-Checkliste mit Auslöseschwellen erstellen, etwa Maßnahmenstufen ab 26, 30 und 35 Grad Raumtemperatur.
- 4Hitzeplan im Team vorstellen und erklären, welche Regeln bei welcher Temperaturstufe automatisch greifen.
- 5Führungskräfte als Träger benennen: Sie entscheiden über flexible Arbeitszeiten, verlegen Slots in kühle Morgenstunden und achten auf Trinkpausen.
- 6An Hitzetagen die Checkliste abarbeiten: Frühlüften, Sonnenschutz schließen, Ventilatoren stellen, Trinkwasser sichtbar bereitstellen.
- 7Gleitzeit und Homeoffice pragmatisch zulassen, damit die heißesten Stunden entzerrt werden.
- 8Besonders belastete oder gefährdete Personen im Blick behalten und Pausen bei Hitzewellen großzügiger takten.
- 9Rückmeldungen einsammeln, an welchen Tagen und Orten es trotz Plan zu heiß war.
- 10Prüfen, ob die Auslöseschwellen der Checkliste im Alltag praktikabel waren und rechtzeitig griffen.
- 11Nachrüstbedarf für die nächste Saison festhalten, etwa zusätzliche Verschattung, mobile Klimageräte oder mehr Trinkwasserstellen.
Was du brauchst
- Aufwand
- halber Tag
- Kosten
- unter 100 €
- Dauer
- Saisonal
- Setup
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